Vorwort
Liebe Leser/innen ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass die Texte im Buch sehr auf Ihr Gemüt schlagen können.
Für Betroffene möchte ich darauf hinweisen, dass die Texte „triggern“ können.
Trotz all der Depression, Aggression und Traurigkeit, sowie der Suizidalen Gedanken, haben wir- die „Überlebenden“-die Hoffnung auf ein Leben nicht aufgegeben.
Es ist nicht einfach, mit der Vergangenheit zu leben und doch geben wir uns alle Mühe in die Zukunft zu blicken und unsere Sichtweise darauf auszurichten.
Der sexuelle Missbrauch ist ein grausames Verbrechen an einer Kinderseele und auch, wenn wir uns als Kind gewünscht haben zu sterben, so sind wir doch froh, das wir noch am Leben sind.
Es gibt trotz aller Schmerzen viele schöne Augenblicke in unserem Leben.
Menschen begegnen uns, die uns zur Seite stehen, uns Mut machen und uns auf unserem Weg begleiten.
Wir stehen für einander ein, helfen uns gegenseitig und tun unser Bestes so, dass wir unser Leben genießen können.
Die Hoffnung ist unser ständiger Begleiter. Auch wenn es in vielen Texten in diesem Buch nicht ersichtlich sein mag, wir haben die Hoffnung vom „Überleben auf das Leben“ nicht aufgegeben.
Wir gehen jeden Tag weiter voran. Wir führen ein Leben nach dem Missbrauch mit unseren Familien und Freunden.
Sollten die Tage mal dunkler sein, die Seele weinen und die Erinnerung uns überfluten, so sind wir dankbar für die Menschen, die uns begleiten und für unseren Glauben daran, dass alles gut werden wird.
In diesem Sinne:
Die Hoffnung stirbt zuletzt!!
Ihre Angela Moonlight
Mutter hörst du mich?
Hörst du mich rufen?
Flehend, bettelnd, bekniend
nach deiner Liebe-
kannst du mich hören?
Die Frucht deiner Lenden?
Du hast mich geboren.
Was muss ich tun, damit du mich hörst,
was muss ich tun, damit du mich siehst,
wie viel Leid muss ich ertragen,
um deiner würdig zu sein?
Wie viel Schmerz muss ich fühlen,
damit du mir hilfst?
Ich tat was ich konnte und noch viel mehr,
doch nie war es genug, es reichte nicht aus,
du kannst mich nicht sehen,
oder willst du mich nicht sehen?
Was hab ich getan,
das du mich nicht liebst?
Was sollte ich tun, damit du mich liebst?
Spürst du die Sehnsucht, die mich treibt,
die Sehnsucht nach einer Mutter.
Ich sehe hin, wie du andere liebst,
die anderen, das ist mein Bruder,
für ihn tust du alles, er ist dein Glück,
aber mich, mich weist du zurück,
Es zerreißt mein Herz,
es zerfetzt meine Seele,
Neid, Wut und Hass auf meinen Bruder,
ihn nimmst du wahr, in all seinen Zügen,
ich bin aber unsichtbar.
Angela Moonlight
Nichts mehr
Herbst 2003
Mein Leben ist leer,
ohne jeglichen Sinn:
Immerzu die Frage,
wer ich eigentlich bin.
Was bin ich, was will ich?
Warum bin ich überhaupt?
Hat mich jemand gewollt?
Nein, nur meine Kindheit geraubt!
Geraubt mir die Sinne,
mein Leib, mein Vertrauen.
Mein Lachen, mein Schreien,
meine Kraft, um mich zu hauen.
Geraubt mir den Blick,
für das Schöne der Welt.
Hab nun die Gewissheit,
dass mich hier nichts mehr hält.
Nachts seh ich immer noch riesige Hände,
an mir überall, ich finde nicht raus.
Was soll ich tun, es gibt keine Wende.
Hört das jemals wieder auf? !
Es ist niemand hier,
ich bin immer noch allein.
Kann mich nicht mehr ertragen,
werde niemals mehr rein.
Der Schmutz, der Gestank,
er geht niemals mehr weg.
Gezeichnet für immer,
er sitzt tief in mir, der Schreck.
Des Blickes beraubt,
für das Schöne der Welt.
Hab nun die Gewissheit,
dass mich hier nichts mehr hält.
Anonym